TERRE DES FEMMES Städtegruppe Leipzig


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Emanzipatorische Pornographie? Frau=Mensch=fertig?

Zwischen dem 12. und dem 20. Juni 2013 finden in Leipzig eine ganze Programmwoche zum Christopher Street Day statt; in diesem Jahr unter dem Motto „L(i)eben und L(i)eben lassen“. In deren Rahmen möchten wir insbesondere die beiden Veranstaltungen des Landesarbeitskreis „Gender“ (LAK-Gender) der Linksjugend Sachsen empfehlen. In Ersterer wird der bekannte SM-Roman „Die Geschichte der O.“ als Grundlage für die nicht enden wollende (und könnende?) Diskussion zum Thema „Emanzipatorische Pornographie“ herangezogen. In Zweiterer wird ein kritischer Blick auf die bisherige Entwicklung und (das) momentan bestehende Frauenbild(er) geworfen.

 

„Ich werde sein, was sie wollen, das ich sein soll – die Geschichte der O.“

1954 veröffentlichte Pauline Réage einen der bis heute bekanntesten SM-Romane: „Die Geschichte der O.“, die für enormen Aufruhr gesorgt hat. Kritiker lobten das Werk als „anspruchsvolle Pornographie“ oder zerschmetterten es aufgrund „sexualfaschistischer“ Intentionen.
Die Protagonistin O. wird in eine illustre Gemeinschaft eingeführt, in der sie  jederzeit und für jeden Mann sexuell verfügbar zu sein hat. So demütigend diese Situation für sie ist, überrascht es umso mehr, daß sie unverzüglich, bewusst und freiwillig, ihren eigenen Willen aufgibt und sich den Regularien fügt.

Der Roman verdankt seine Resonanz oft tabuisierten und dennoch womöglich weit verbreiteten weiblichen masochistischen Phantasien. Im Rahmnen der Veranstaltung soll die Ursache der Attraktivität derartiger Phantasien auf den Grund gegangen werden – „O. strebt nach der Vernichtung, und die Demütigung ist die absolute Vernichtung.“ (P. Réage)
Inspiriert durch die „Geschichte der O.“ gründete sich in den 80er Jahren eine feministisch-lesbische Gruppe, die überzeugt war, daß sadomasochistische Praktiken durchaus in Übereinstimmung mit dem Feminismus möglich sind. Es stellt sich die Frage, ob gewalttätige, auf Basis hierarchischer Strukturen, praktizierte Sexualität von vornherein antifeministisch und antiemanzipatorisch sein muss oder ob es sich bei diesem Werk um „zulässige“, lustvolle Pornographie handelt. Ist emanzipatorische Pornographie überhaupt möglich?

Im Rahmen der Veranstaltung werden Auszüge aus dem Roman gelesen sowie Ausschnitte aus dem Erotikfilm „Die Geschichte der O.“ gezeigt. Anschließend soll die Diskussion über das Werk und seine Relevanz eröffnet werden.

 

Was? Kritische Lesung und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Ich werde sein, was sie wollen, das ich sein soll – die Geschichte der O.“

Wer? LAK-Gender der Linksjugend Sachsen, Referentinnen: Korinna Linkerhand, Sabrina Zachanassian

Wann? 15.Juli 2013, 20 Uhr

Wo? Die ganze Bäckerei, Casablanca e.V., Josephstraße 12

Infos: www.csd-leipzig.de

 
 

Von der Menschwerdung der Frau – zur Entwicklung des Frauenbildes und der Frauenbewegung

Ein erschreckend großer Anteil der Bevölkerung hält den Emanzipationsprozess der Frauen in der westlichen Welt im Großen und Ganzen für abgeschlossen. Gerade die 68er-Bewegung wird hierfür häufig als Stein des Anstoßes verstanden. Es ist jedoch fraglich, ob die 68er-Frauen tatsächlich stärker an beispielsweise politischen Aktionen beteiligt waren und ob das Konzept der freien Liebe sich nicht eher am Interesse der männlichen „Revolutionäre“ orientierte. Slogans wie: „Wer zweimal mit der Selben pennt, gehört schon zum Establishment“ stimmen doch sehr nachdenklich.

Neben der Betrachtung dieser feministischen Gehversuche, die zur zweiten Frauenbewegung führten, soll untersucht werden, wie sich der weibliche Emanzipationsprozess und das Frauenbild über die Jahrhunderte hinweg gewandelt hat – von vorchristlichen Zeiten bis hin zu der modernen, emanzipierten aber auch vielfach belasteten Frau, die sowohl die weiblich konnotierten wie die männlichen Aufgaben in sich vereint, während das Männerbild zugleich kaum einem Wandel unterworfen war.

Diese verschiedenen Identitäten, die Frauen inzwischen weitläufig verinnerlicht haben, werden durch den gegenwärtigen Feminismus und der Queer-Bewegung oft als nebeneinanderstehende Differenzen positiviert. Ist diese Bewertung aber nicht lediglich ein Zugeständnis an die Anforderungen der gegenwärtigen gesellschafts-ökonomischen Verhältnisse? Haben sich die Frauen wirklich befreit? Oder folgen sie nur wieder gehorsam den gesellschaftlichen Notwendigkeiten?
Sind die Frauen am Ende gar die „modernen Männer“?

 

Was? Vortrag „Von der Menschwerdung der Frau“

Wer? LAK-Gender linksjugend Sachsen, Referentin: Sabrina Zachanassian (Initiative Sexualität und Gesellschaft Leipzig)

Wann? 16.Juli 2013, 19 Uhr

Wo? linkXXnet e.V., Bornaische Str. 3d

Infos: www.csd-leipzig.de

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Offener Brief: Kritik an Frauen- und Männerrollen im Kinderbuch

Offener Brief an die Autorin und den Verlag arsEdition des Buches „Mein erstes Bilderlexikon“ – wir hoffen auf Antwort!

 

Sehr geehrte Damen und Herren der arsEdition GmbH,

sehr geehrte Frau Peikert,

uns liegt das von Ihnen publizierte Buch „Mein erstes Bilderlexikon“ von Marlit Peikert aus der Reihe „Meine erste Lernraupe“ vor. Wir, das sind die Vertreterinnen der Terre des Femmes-Städtegruppe Leipzig. Das Bilderlexikon gehört dem zweijährigen Kind eines Gruppenmitgliedes – so geriet das Buch in unsere Finger und wurde dadurch Gegenstand einer empörten Diskussion.

Die Empörung bezieht sich auf das dargestellte Mann-Frau-Schema, insbesondere die Rollenverteilung. Auf 22 Seiten mit rund 180 Bildern tritt die Frau einzig und allein als Mutter und Erzieherin auf. Sie bastelt mit den Kindern, geht mit ihnen einkaufen, spazieren, fährt mit ihnen im Bus, bringt sie ins Bett. Das bedeutet, sie ist von früh bis abends mit dem Kind/den Kindern beschäftigt und mit keiner eigenen Aktivität- – selbst ihr Beruf besteht einzig und allein in der Kinderbetreuung.

Selbstverständlich wollen wir damit nicht den Wert dieser hoch anspruchsvollen und wichtigen Tätigkeit schmälern, sondern lediglich darauf hinweisen, dass das Bild hierdurch höchst einseitig bleibt, indem der Frau selbst im Berufsleben nur die Rolle der Erzieherin zugestanden wird. Zudem handelt es sich um eine Tätigkeit, die kaum Karrieremöglichkeiten bietet, die leider nach wie vor unterbezahlt und gesellschaftlich nicht ausreichend anerkannt ist und zudem ausschließlich im Rahmen einer familienähnlichen Situation verharrt.

Neben der Tatsache, dass eine Frau außerhalb der Mutterschaft und des Hauses in Ihren Augen nicht zu existieren scheint, fällt zudem auf, dass sie grundsätzlich jung zu sein hat. Der Mann wird demgegenüber in vielfältigen Positionen und Situationen gezeigt: Als Verkäufer, Gärtner (bzw. im Garten arbeitender Großvater), Bauarbeiter (in dieser Position gleich auf drei Bildern); als Fahrer des Müllautos, der Kehrmaschine und der Feuerwehr; als Besitzer des Abschleppwagens und als Bauer (ebenfalls auf mehreren Bildern). Trotz dieses stark ausdifferenzierten Männerbildes mussten wir jedoch feststellen, dass der Mann in seiner Funktion als Vater lediglich in Verbindung zur Mutter auftaucht und selbst das nur während der Unterhaltung des Kindes. Daraus wird klar ersichtlich, dass seine Rolle keinesfalls die des Kinderbetreuers sein soll, während er stattdessen in allen Lebensbereichen aktiv ist – ganz im Gegensatz zur Mutter. Er hat verschiedene Berufe, kann ganz unterschiedliche Tätigkeiten ausüben und besitzt eine breite Palette an Fertigkeiten, hat eigenen Besitz, ist finanziell unabhängig und auch noch in hohem Alter aktiv.

Die lange dominante und leider noch immer vorhandene ungleiche Verteilung der Lebensbereiche, von finanziellen über wirtschaftliche hin zu familiären Strukturen, wird von Ihnen als universell gegeben dargestellt und nicht im Ansatz der Versuch unternommen, eine gleichberechtigte Präsentation aller Menschen zu entwerfen. Dabei handelt es sich insgesamt um ein längst überholtes und mehr als fragwürdiges Gefüge von Geschlechterrollen, das in dieser Form längst nicht mehr dem Standard entspricht.

Die Autorin des Buches und der Verlag haben sich laut eigener Buchbeschreibung das Ziel gesetzt, Kinder beim Spracherwerb, „…einem der größten und wichtigsten Entwicklungsschritte“, zu unterstützen. Für das Bilden erster Sätze wurden dabei „…Themenspektren von für Kinder vertraute Situationen“ gewählt. Wir sind enttäuscht davon, dass Sie Kindern ein höchst einseitiges, sexistisches Themenspektrum aufzeigen in der Annahme, dass diese Situationen dem Alltag der Kinder entsprechen. Und selbst wenn dies in vielen Familien noch traurige Wahrheit sein sollte, sollte dann nicht der Anspruch eines pädagogischen Kinderbuches sein, andere Perspektiven aufzuzeigen? Was hat Sie daran gehindert, einen Kindergärtner abzubilden, eine alte Gärtnerin zu zeichnen oder den Vater eine Geschichte vorlesen zu lassen? Warum sollten Sätze wie „Papa kauft Äpfel“ oder „Mama arbeitet“ nicht die ersten aus den Kindermündern sein? Des Weiteren müssen wir uns fragen, worauf sich das auf dem Buchumschlag abgebildete Siegel „von erfahrenen Pädagogen geprüft und empfohlen“ bezieht. Welche Pädagogen haben sich mit der Bildauswahl beschäftigt und unter welchen Kriterien? Die Relevanz geschlechtsbezogener Diskriminierung wird hier offenkundig verkannt, wodurch das Buch seinem pädagogischen Anspruch insgesamt keinesfalls gerecht wird – es wird vollkommen vergessen, dass gerade Kinder, weil sie wachsam und nachahmend sind, für Geschlechtsstereotype empfänglich sind. Und dass gerade dieser Umstand auch die Ressource zum Umbruch beinhaltet.

Wir erwarten Ihre Stellungnahme und verabschieden uns mit freundlichen Grüßen,

die Terre des Femmes-Städtegruppe Leipzig


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Buchmesse Leipzig 2013: „Die Zeit des Schweigens ist vorbei“

Vom 14.-17. März finden die diesjährige Leipziger Buchmesse und die damit verbundenen Veranstaltungen der Reihe „Leipzig liest“ statt. Besonders ans Herz gelegt sei die Buchvorstellung der Leipzigerin Mandy Kopp. Die Veröffentlichung von „Die Zeit des Schweigens ist vorbei“ ist für die Autorin zum einen der Versuch der Bewältigung ihrer Vergangenheit, zum anderen die klare, mutige Ansage an Behörden und Justiz – den Sachsensumpf: Hier geht es um die Anerkennung der Würde und Gerechtigkeit einer Frau!

Mandy Kopp wurde 1993 als 16-Jährige zur Prostitution im damaligen Leipziger Kinderbordell „Jasmin“ gezwungen. In einer ZeugInnenvernehmung im Jahr 2008 gaben Mandy Kopp und eine weitere Zeugin namens Trixi an, den ehemaligen Vizepräsidenten des Leipziger Landgerichts sowie den aktuellen Präsidenten des Landgerichts Chemnitz als Freier im Leipziger Kinderbordell auf Fotos wiedererkannt zu haben. Die beiden hochrangigen Juristen bestreiten dies bis heute. In früheren Vernehmungen durch die Polizei wurden die Mädchen des Bordells jedoch nie zu den Freiern befragt, auch nicht vor Gericht. Zudem wurden damals keine PsychologInnen hinzugezogen. Stattdessen war in der Anklage stets von „Prostituierten“ die Rede – als ob es sich nicht um Minderjährige handelte würde, die zum Sex gezwungen wurden. Zu allem Übel stehen Mandy Kopp und Trixi seit dem 6. März 2013 wegen Verleumdung vor Gericht. So werden aus Opfern Täterinnen gemacht! Ihr damaliger Zuhälter, der wegen Menschenhandel in Tateinheit mit Zuhälterei, Förderung der Prostitution und sexuellem Missbrauch von Kindern verurteilt wurde, ist bereits seit 1998 nach nur vier Jahren und zwei Monaten Haft wieder auf freiem Fuß.

Vor dem Hintergrund dieses Sumpfes aus fragwürdigen Gerichtsurteilen und Verstrickungen Staatsbediensteter in sexuelle Handlungen mit Kindern, ist es ein unglaublich mutiger Schritt von Mandy Kopp, ihr Buch zu veröffentlichen. Nicht zuletzt aus Respekt dieser Kämpferin gegenüber sollte man sich die folgenden Termine merken.

Was? Gespräch zu „Die Zeit des Schweigens ist vorbei“
Wann? 16. März 2013, 16:30 – 17:00 Uhr
Wo? LVZ-Autorenarena Halle 5, Stand A100
Infos? http://www.leipziger-buchmesse.de
und
Was? Lesung und Gespräch
Wann? 16. März 2013, 18:00
Wo? Tagungslounge Katharinenstr. 6
Infos? http://www.atelier-mandy-kopp.de


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„WE WANT SEX“ am Internationalen Frauentag

Am 8. März ist Internationaler Frauentag – ein toller Anlass, sich von den couragierten Frauen vergangener Aufstände inspirieren zu lassen. Aus diesem Grund möchten Ihnen das Interkulturelle Konversationscafé und die Terre des Femmes-Städtegruppe Leipzig den Film „We want Sex“ präsentieren. Denn: Der Geschlechterkampf an sich ist zwar nicht vergnüglich, aber es ist ein Vergnügen, auf das bereits Erreichte zu blicken.

Kurzinhalt:

Wenn Rita (Sally Hawkins) und ihre Kolleginnen im britischen Ford-Werk Dagenham häufig nur in Unterwäsche bekleidet arbeiten, hat das selbst Ende der 60er wenig mit der anrollenden Sexwelle zu tun, sondern vielmehr mit der unerträglich heißen und stickigen Luft in der Fabrikhalle. Bald platzt den Arbeiterinnen endgültig der Kragen. Angeführt von der beherzten Rita treten die Frauen in Streik: bessere Arbeitsbedingungen und „equal pay“ – gleicher Lohn für gleiche Arbeit – so ihre simplen, aber prägnanten Forderungen. Doch von der Konzernleitung und bald auch ihren Ehemännern schlägt den Frauen heftiger Widerstand entgegen. Da trifft von unerwarteter Seite Schützenhilfe ein: Kerle, zieht euch warm an, London, wir kommen!

Nach seinem Kinohit KALENDER GIRLS setzt Nigel Cole wieder auf typisch britischen Humor und jede Menge Charme: Golden-Globe-Gewinnerin Sally Hawkins führt in der Rolle der couragierten Rita eine illustre Darstellerinnenriege an, die so unwiderstehlich agiert, dass die Leinwand förmlich vibriert und die wahre Geschichte der Arbeiterinnen von Dagenham in ihrer historischen Bedeutung beeindruckend in Szene gesetzt wird. (http://www.tobis.de/film/we-want-sex)

WE WANT SEX EQUALITY! JEDER TAG IST FRAUENTAG!

Was? Filmvorführung „We want Sex“, GB, 2011

Wann? Freitag, 8. März 2013, 18 Uhr

Wer? Interkulturelles Konversationscafé, TDF-Städtegruppe Leipzig

Wo? Interkulturelles Konversationscafé, Emilienstraße 17, 04107 Leipzig Tram 10/11 (Haltestelle Hohe Straße) oder Tram 2/9/16 (Haltestelle Bayrischer Bahnhof)

Infos? http://www.konversationscafe.de


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Weltweiter Tanz gegen Gewalt an Frauen: One Billion Rising

Eine von drei Frauen auf diesem Planeten wird im Laufe ihres Lebens geschlagen oder vergewaltigt. Das sind eine Milliarde Frauen, denen Gewalt angetan wird.

Am 14. Februar 2013 lädt der V-Day eine Milliarde Menschen weltweit dazu ein, auf die Straße gehen, zu tanzen und sich zu erheben, um das Ende dieser Gewalt zu fordern. Damit setzen wir ein Zeichen der kollektiven Stärke und der globalen Solidarität. Auch Du kannst an diesem Tag tanzen oder einfach dabei sein. Der 14. Februar könnte eine Revolution werden!

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Auf allen Kontinenten finden am 14. Februar Aktionen statt, organisiert von kleinen und großen Frauengruppen. Der Aufruf wird unterstützt von bekannten Frauen wie der Rapperin Sookee oder der Schauspielerin Jane Fonda. In der BRD gibt es (Flash Mob-)Veranstaltungen in Kiel, Magdeburg, Braunschweig, München – um nur einige wenige Städte zu nennen – und auch auf dem Leipziger Marktplatz.

Der hiesige halbstündige Tanz wird organisiert von Frauen für Frauen e.V., Frauenkultur e.V., Lebenszeiten e.V., dem Referat für Gleichstellung der Stadt Leipzig und Timbre.

Zwei kostenfreie Tanz-Übungsstunden werden am 8.2. um 19.30 Uhr sowie am 9.2. um 11.30 Uhr von Nia&more angeboten. Um vorherige telefonische Anmeldung unter 0341/ 993 94 54 wird gebeten.

STRIKE! – DANCE! – RISE!
Let us dance to end the violence. Let us shake the earth into awareness

Wann? Donnerstag, 14.Februar 2013, 17 – 17.30 Uhr

Wo? Leipzig, Marktplatz

Infos? http://www.onebillionrising.de

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Veranstaltung: 6. Februar 2013 – Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung

Anlässlich des Internationalen Tages Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung lädt die Terre des Femmes-Städtegruppe Leipzig zu Film und Gespräch.

Flyer

Die junge Maïmouna kämpft gegen eine uralte Tradition: Die Beschneidung junger Mädchen. Seit 1996 ist die Beschneidung von Frauen in Burkina Faso verboten, doch sie wird immer noch häufig praktiziert. Der Film begleitet Maïmouna bei ihrer Tätigkeit für die afrikanische Organisation Bangr Nooma von Hof zu Hof, um den Bewohner_Innen von den Folgen der Beschneidung zu erzählen. Dabei stößt sie immer wieder auf Aberglaube, gesellschaftliche Machtstrukturen, Ängste, Widersprüche und – ihre eigenen Wunden.

Der Film geht der Frage nach, warum es noch immer Beschneidung gibt, ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben. Im Gegenteil: Durch die differenzierte Betrachtung wird deutlich, dass es die eine Antwort nicht gibt, sondern verschiedene Wahrheiten. Dabei stehen Maïmouna und ihr Leben im Vordergrund, ihre Stärke und ihre Offenheit machen den Film zu einem lebendigen und hoffnungsvollen Dokument gegen Beschneidung von Frauen und für ein selbst bestimmtes Leben.

Maïmouna – la vie devant moi / Maïmouna – das Leben vor mir
Ton: Französisch / Mooré mit deutschem Untertitel
Idee, Buch, Kamera: Ulrike Sülzle, † 2008

Wann? Mittwoch, 6. Februar 2013, 19 Uhr

Wo? D21 Kunstraum, Demmeringstraße 21, Lindenau

Wer? Terre des Femmes e.V. – Menschenrechte für die Frau – Städtegruppe Leipzig

Info? http://www.d21-leipzig.de, http://www.tdfleipzig.wordpress.com, http://www.maimouna-derfilm.de

EINTRITT FREI

Mit freundlicher Unterstützung von FilmGalerie WestEndund Function-One L.E.


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Filmempfehlung: „Festung“

Am 27.11.2012 zeigten die Passage Kinos Leipzig auf Wunsch der TERRE DES FEMMES Städtegruppe Leipzig eine Preview des Films Festung, das unter die Haut gehende Spielfilmdebüt der finnischen Regisseurin Kirsi Marie Liimataien. Auf sensible und zugleich deutliche Art behandelt der Film das Thema Häusliche Gewalt; ein Tabu-Thema, obwohl jede vierte Frau in der BRD* bereits Formen der häuslichen Gewalt erlebt hat.

Der Film zeigt die Folgen der unkontrollierten physischen wie psychischen Gewalttätigkeit des Familienvaters und Ehemanns Robert (Peter Lohmeyer) gegenüber seiner Familie. Festung_Schwestern_Kordes&Kordes Film_Sven MeyerNach einem Therapieaufenthalt ist er bei seiner Frau Erika und den beiden noch zu Hause lebenden Kindern wieder eingezogen. Entgegen aller Hoffnung hat sich doch nichts zum Besseren gewendet. Wieder leben Mutter und Töchter in Angst und verschließen sich in der Festung, hinter dem Rollladen, im abgedunkelten Schlafzimmer. Niemand darf davon erfahren, dass der gewalttätige Vater seine Frau – beängstigend macht- und wehrlos gespielt von Ursina Lardi – blutig schlägt. Auch die 13-jährige Johanna (herzergreifend ehrlich von der Jungschauspielerin Elisa Essig verkörpert) muss sich an das Gebot „Nichts dringt nach außen!“ halten, die Gewalt an ihrer Mutter ertragen, ohne sie schützen zu können und zugleich den psychischen Schaden, der ihrer kleinen Schwester droht, zu minimieren versuchen. Als sich Johanna dann auch noch in den 15-jährigen Christian verliebt, verkompliziert sich ihre Situation einmal mehr. Hin- und hergerissen zwischen der Loyalität ihrer Familie gegenüber und den ersten Schmetterlingen im Bauch sowie dem damit einhergehenden Wunsch nach Selbstverwirklichung, versucht Johanna die Situation zu meistern. Doch die Festung ist stark…

Der Film schafft die bedrohliche Atmosphäre nicht durch Faustschläge, sondern vor allem durch Geräusche, die aus dem Schlafzimmer dringen, wenn Robert die Mutter schlägt; durch Angst in den Blicken der Geschwister, Sprachlosigkeit der Familienmitglieder. Festung_Eltern_Kordes&Kordes Film_Christine A. MaierIn erster Linie aus der Sicht Johannas wiedergegeben, konfrontiert die Handlung das Publikum mit der Machtlosigkeit und Überforderung der Figuren. Doch trotz aller Trostlosigkeit, die „Festung“ an einigen Stellen vermittelt, gibt es einen Hoffnungsschimmer in der mächtigen Bewegungslosigkeit aus Angst und Abhängigkeiten: Auch die Liebe zwischen Johanna und Christian ist stark…

Dem Film ist unbedingt noch mehr Aufmerksamkeit zu wünschen, als er bisher bereits bekam! Zwar wurde die Drehbuchautorin Nicole Armbruster im Rahmen der 60.Filmfestspiele in Berlin 2010 mit dem Thomas Strittmatter Drehbuchpreis ausgezeichnet, doch ist zu hoffen, dass er ein noch wesentlich breiteres Publikum findet.

Derzeit liegen uns leider keine aktuellen Spielzeiten vor.

Weitere Informationen erhalten Sie unter folgenden Adressen:

Verleih:
farbfilm verleih GmbH
Boxhagener Str. 106
10245 Berlin
Tel.: 030/ 29 77 29-0
http://www.farbfilm-verleih.de

Produktion:
Kordes & Kordes Film GmbH
Feurigstr. 54
10827 Berlin
Tel.: 030/ 780 96 780
http://www.kordesfilm.de

Presse:
Entertainment Kombinat
Jasmin Knich
Boxhagener Str. 106
10245 Berlin
Tel.: 030/ 29 77 29-20
http://www.entertainmentkombinat.de

* Laut einer 2002 von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen repräsentativen Studie

Bildmaterial © Kordes & Kordes Film Christine A. Maier + Kordes & Kordes Film Sven Meyer